Generika Vorurteile
Frau Erika: Das ist ein Vorurteil, zu dem ich gleich einmal Stellung beziehen muss: Generika bestehen aus den gleichen Wirkstoffen wie die Ursprungsarznei und haben daher die gleiche Qualität und Wirkung. Damit Medikamente garantiert sicher und gut sind, gibt es in Österreich eines der strengsten Arzneimittelgesetze weltweit. Das Gesetz regelt, welche Medikamente angeboten und verschrieben werden dürfen. Und das gilt auch für Generika.
Frau Erika: Mit solchen Vorurteilen räume ich spielend auf! Generika wirken genauso gut wie die Ursprungsarznei, es sind ja dieselben Wirkstoffe drin. Die Wirkstoffe sind schon jahrelang bewährt, aber Generika kosten bloß halb so viel. Und dass sie billiger sind kommt daher, dass bei Generika keine hohen Kosten für die Forschung mehr anfallen, denn die Wirkstoffe sind ja schon bewährt und werden seit Jahren benutzt. Außerdem muss man für Generika fast keine Werbung mehr machen, weil die Ärztinnen die Wirkstoffe ja schon kennen. Und schließlich müssen Generika nicht mehr durch teure medizinische Studien geprüft werden, da die Ursprungsarznei bereits lange auf dem Markt und in Verwendung ist. Der Wirkstoff ist bei Generika haargenau derselbe, nur für die Hälfte! Das ist doch toll!
Frau Erika: Das ist ein Vorurteil, das ich gar nicht gerne höre, und darum erkläre ich jetzt den Zusammenhang zwischen Generika und Forschung, der sieht nämlich folgendermaßen aus: Ein größerer Einsatz von Generika bringt nicht weniger, sondern mehr Forschung. In den USA zum Beispiel wird besonders intensiv geforscht, und es gibt einen hohen Anteil an Generika. Das lässt sich so erklären: Bei großer Konkurrenz müssen Pharma-Unternehmen in die Forschung investieren und neue Medikamente entwickeln, damit sie am Markt bestehen können. Diese neuen Medikamente sind 15 Jahre lang patentgeschützt, daher sind Generika keine Konkurrenz für sie. Erst nach eineinhalb Jahrzehnten könnte es dieses Arzneimittel in Form von Generika geben. Die Hersteller von Ursprungsarzneien berechnen ihre Preise so, dass sie die Forschungskosten während dieser 15 Jahre wieder einnehmen.
Frau Erika: Das kann daran liegen, dass Generika oft bei sehr häufigen Krankheiten wie Erkältung oder Bluthochdruck zum Einsatz kommen, also bei so genannten Volkskrankheiten. Die Ärztinnen verschreiben Generika, aber sie reden nicht darüber. Warum auch, Generika haben ja dieselbe Wirkung wie die Ursprungsarznei, denn sie bestehen aus denselben Wirkstoffen. Einen Unterschied merkt man als Patient nicht – außer, es gibt eine neue Verpackung oder die Tablette hat eine andere Farbe. Informieren können Sie sich über das Thema Generika aber auf jeden Fall beim Arzt oder bei den Apothekerinnen/Apothekern.